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Blauburger

Der Blauburger wurde 1923 von der Bundeslehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau Klosterneuburg aus dem Blauen Portugieser und dem Blaufränkisch gezüchtet. Er wird fast ausschließlich in Österreich angebaut und stellt geringe Ansprüche an den Boden.

Dunkle, extraktreiche Rotweine mit etwas holzigem Charakter zeichnen diese Traube aus. Zusammen mit ihrer Aromatik nach Waldbeeren, Holunder oder Sauerkirsche erhält man einen vollmundigen, samtigen, manchmal wuchtigen, ausdrucksstarken Rotwein mit langer Lagerfähigkeit.

Zweigelt

Fritz Zweigelt, aus Langenlois gebürtiger Professor der Bundeslehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau Klosterneuburg, gab seiner neugezüchteten Kreuzung aus St. Laurent & Blaufränkisch im Jahre 1922 seinen Namen. Der Zweigelt, auch Blauer Zweigelt oder Rotburger genannt, ist heute die am häufigsten angebaute Rotweinsorte in Österreich. Zweigelt ist ein robuster, ertragreicher, milder Rotwein mit intensiver rubinroter Farbe.

Sein fruchtiges Bouquet erinnert an Sauerkirschen oder auch Pflaumen. Ein weicher, gerbstoffarmer Wein, der zum Nachschenken animiert.

St. Laurent

Diese Rotweinrebe zählt zur großen Familie der Burgunder. Sie wurde 1860 vom Stift Klosterneuburg erstmals in Österreich ausgepflanzt und von dort aus verbreitet. Heute ist der St. Laurent, obwohl im Ertrag eher niedrig und fordernd im Anbau, ein schon weitverbreiteter Qualitätswein in Österreich, der sich steigender Beliebtheit erfreut.

St. Laurent liefert dunkle, kräftige, fruchtig-säuerliche Rotweine mit einem subtilen Aroma nach Sauerkirschen. Mit seinem mittleren Gerbstoffgehalt eignet er sich ideal für eine lange Lagerung und entwickelt erst dann seinen samtig-trockenen, vollmundigen Geschmackshöhepunkt.

Über 18 Monate im kleinen Barrique gereift und durch ein Wechselspiel aus feiner Akazie und kräftiger Eiche geprägt, entfaltet dieser edle Tropfen sein wahres Potential wohl erst nach geraumer Lagerungszeit. Nichtsdestotrotz  bietet sich der St. Laurent auch in jungem Alter zum genießen an, wobei gerade hier die fein herausgearbeitete Sortentypizität überzeugen kann.

Chardonnay

Die Chardonnay-Traube wurde, so schreibt die Geschichte, angeblich von Kreuzrittern aus dem Libanon nach Frankreich gebracht und von dort aus durch die Benediktiner im Burgund verbreitet. Heute ist der Chardonnay weltweit anzutreffen und zählt zu den besten und edelsten Rebsorten der Welt, den „Cepages nobles“. Als extraktreicher, vollmundiger Spitzenwein mit angenehm fruchtiger, feiner Säure erinnert uns sein Aroma an tropische Früchte, Haselnuss, Vanille …

Riesling

Der Riesling ist eine alte deutsche Keltertraube, die urkundlich erstmalig um 1430 in der Gegend von Worms erwähnt wurde. Die Herkunft des Namens kann nicht eindeutig bestimmt werden, ist vermutlich aber im Oberrheingebiet entstanden. Kennzeichnend für Rieslingweine sind ihre feine Rasse und Eleganz, ihr hervorragendes, mitunter an Pfirsiche, Orange oder Ananas erinnerndes Bouquet und die immer vorhandene kräftige, fruchtige, aber keineswegs störende Säure. In einem mittleren Weinjahr ergeben Rieslinge einen anregenden und rassigen Tischwein, in guten Jahren einen sehr harmonischen, immer eleganten, blumigen Wein und in wirklich großen Jahren außerordentliche Spitzenweine bis hin zur Spätlese. Rieslinge haben für den Weinkenner immer etwas Besonderes zu bieten.

 

Viognier

Diese weiße Rebsorte stammt aus Frankreich, wo sie bereits seit Jahrhunderten in den Weingärten an der Rhone angebaut wird. Mitte des 20. Jahrhunderts war sie jedoch nahezu ausgestorben, lediglich knapp 14 ha Anbauflächen wurden 1971 weltweit statistisch erhoben.

Heute erlebt diese Rebe eine erstaunliche, wenn auch vorerst bescheidene Renaissance. Die Besonderheit ist der geringe Ertrag. Gerade darin liegt aber auch eine Chance für die Erzeugung von Spitzenqualität.

Viognier hat eine kräftige Farbe und einen meist hohen Alkoholgehalt. In den jugendlichen Weinen überwiegen Düfte mit blumigen Noten von Veilchen und Akazie, mit zunehmendem Alter entwickeln sie ein erstaunliches Pfirsich- und Marillenbouquet.

Merlot

Im Bordeaux ist der Merlot schon seit dem 18. Jahrhundert erwähnt und beliebt, weltweit ist er eine der am häufigsten angebauten Rotweinsorten, Tendenz steigend, in Österreich jedoch erst seit 1986 als Qualitätswein zugelassen.

Merlots sind geschmeidig mit einem harmonischen Gerbstoffgehalt. Bei hohem Reifegrad und einem längeren Weinausbau zeigen sie sich tiefrot mit einem leichten Hauch von violett, mit viel Fruchtaroma nach Kirsche, Heidelbeere oder Pflaume und sind sehr gut lagerfähig.

Die besondere Finesse des Merlot wird durch einen sorgfältigen Ausbau im Barrique begünstigt und durch die verschiedene Toastings der Fässer um spannende Facetten erweitert.

Pinot Blanc

Herkunftsland des Pinot Blanc oder Weißburgunders ist Frankreich, dort fand diese Sorte schon im 14. Jahrhundert Erwähnung. Die früher verwendete Bezeichnung „Weißer Klevner“ wurde Ende des 19. Jahrhunderts in Weißer Burgunder oder Weißburgunder umbenannt, um die genetische Verwandtschaft zum Blauen und zum Grauen Burgunder deutlich zu machen.

Mit seiner hellgelben Farbe wirkt er klar und strahlend. Der Pinot Blanc zeigt ein verhalten fruchtiges Aroma nach Äpfeln oder Quitte, manchmal auch blumige Töne bei geringem Alkoholgehalt und durchschnittlicher Säure. Eine höhere Qualität in guten Weinjahren wird durch längere Flaschenreifung erreicht, hier kann sich ein Aroma nach Brot oder Nüssen zeigen.