Lagen

Heiligenstein:

Der Heiligenstein in Zöbing (Gemeinde Langenlois) im Kamptal in Niederösterreich ist ein Bergrücken und Ausläufer des Manhartsbergs. An seinem Fuß im Südwesten fließt der Kamp. Der Heiligenstein ist die bedeutendste Weinlage des Weinbaugebiets Kamptal. Der offene Südhang beherbergt eine stark pannonisch geprägte Flora.

Der Heiligenstein wurde bereits 1240 als „Hellenstein“ (Höllenstein) erwähnt. Die Sandböden des Heiligensteins speichern die Wärme des Tages, in der Nacht kühlt der Boden durch die kalte Luft aus dem Kamptal ab. Die ins Kamptal abfallenden Hänge werden seit dem Mittelalter für den Weinbau genutzt.

Der Heiligenstein mit seinem rötlichen, verwitterten Sandstein und den Konglomeraten aus Vulkanbestandteilen ist eine der besten Riesling-Lagen im Anbaugebiet. Zwischen den Rebflächen findet sich eine Flora und Fauna, wie sie sonst nur in weit südlicheren, mediterranen Gegenden anzutreffen sind. Auf den Terrassen gedeiht der Riesling in einer besonders feinwürzigen Ausprägung. Das harte Muttergestein gibt die lagenspezifischen Mineralstoffe in die Traube ab und schafft Terroir-bestimmte Weine. Die muschelförmige, nach Süden geöffnete Kessellage bildet ein besonderes Mikroklima, das die sortentypischen Fruchtaromen im Riesling fördert.

Zu jener Zeit, als die Lagen des Heiligensteins und seiner Umgebung noch im Eigentum des Stiftes Zwettl, Waldviertel (Niederösterreich), standen, wurde der päpstliche Hof im Vatikan mehr als 300 Jahre lang mit Weinen aus diesen Gütern versorgt.

Seeberg:

Im Westen des Orts Zöbing gelegen und nach Süden ausgerichtet, liegt die Riede Seeberg auf ca. 300 Meter Seehöhe. Klimatisch betrachtet steht die Lage bereits unter dem Einfluss des kühlen Waldviertels. Das besondere Spannungsverhältnis zwischen heißen Tagen und kühlen Nächten lässt die Trauben langsam reifen und in den Weinen eine hohe Fruchtigkeit entstehen.

Sand und Lehm wechseln sich hier mit bis knapp an die Oberfläche reichenden Schiefer- und Urgesteinseinschnitten ab. Dieser Mix sorgt für feinfruchtige, würzige Weine mit guter Konzentration und kommt vor allem dem Riesling, aber auch dem Grünen Veltliner sehr entgegen.

Loiserberg:

Der süd- bis südostseitig gelegene kristalline Gesteinsboden (Gföhler Gneis) mit besonders dünner Humusauflage bietet den Reben eine sehr karge Unterlage, sodass die Wurzeln tief in den felsigen Untergrund eindringen müssen, um die erforderlichen Nährstoffe zu beziehen. Diese erschwerte Nährstoffaufnahme führt zu Weinen mit sehr ausgeprägtem, vielschichtigem Charakter und tiefer Fruchtigkeit.

Der Loiserberg ist die westlichste Erhebung in Richtung Waldviertel und genießt damit ein ganz besonderes Mikroklima: Während seine sonnenexponierten Terrassen als Hitzepole bekannt sind, werden hier die Reben gleichzeitig und ständig von kühleren Winden aus dem rauen Waldviertel umspült. Dieser Mix aus warmer und kühler Luft ist für die Ausprägung der Aromatik besonders hilfreich, wodurch sogar exotische Noten erreicht werden. Basierend auf den Bodenverhältnissen und dem speziellen Mikroklima entfaltet der Zweigelt in unserem Weingarten am Loiserberg sein überdurchschnittlich ausgeprägtes Aroma.

Thal:

Im Thal findet man überwiegend tiefgründige, aus sandig-lehmigem Schluff zusammengesetzte Böden auf Löss. Der Löss wurde in den Eiszeiten als mächtige Decke abgelagert und ist heute in unterschiedlicher Stärke und mineralischen Kompositionen erhalten.

Charakteristisch im Thal sind die darunter liegenden roten Sande und Kiese. Auf großflächigen, durchwegs nach Süden exponierten Terrassen im unteren Bereich des Rückens südlich Langenlois reift unser Chardonnay zu ausgezeichneter Qualität heran.

Irbling:

Zwischen den Orten Mollands und Stiefern befindet sich als Ausläufer des Gföhler Waldes nach Süden hin auf ca. 300 bis 400 Höhenmetern der schroffe Irbling. Dank seiner Geologie – Löss auf Verwitterungsgestein – sowie seiner Lage im klimatischen Spannungsfeld zwischen extremer Bodenerwärmung und nächtlichen Kaltluftströmen bietet die Riede Irbling eine hervorragend fruchtbare Grundlage für Grünen Veltliner und primärfruchtigen, feingliedrigen Riesling.

Eichelberg:

Der Eichelberg liegt am rechten Kampufer, im Nordwesten von Zöbing, gegenüber dem Heiligenstein auf etwa 300 m Seehöhe. Er ist eine Verlängerung des Waldviertler Hochplateaus. Die nach Südosten ausgerichteten Weingärten stehen auf Urgestein mit darüber gelagertem Löss. Beeinflusst von heißen Tagen und den nächtlich kühlen

Luftmassen aus dem Waldviertel entsteht unser eleganter, feinfruchtiger Weißburgunder, aber auch der kräftige, dunkelrubinrote Blauburger kann hier seine ausdrucksvolle Aromakonzentration entwickeln.

Hasel:

Der Name Hasel leitet sich von der Haselstaude ab, die sehr gut versorgte Standorte liebt. Da diese Staude in der Region sehr häufig vorkommt, gaben die Winzer dieser Riede vor vielen Generationen den Namen „Hasel“. Der Boden entstand im trockenen, kalten Klima der Eiszeit. Durch Gletschereinwirkung (hoher Druck) wurden Gesteine wie Quarz, Kalk und Glimmer sowie Lehm pulverisiert. Diese Böden leiden kaum unter Trockenheit, da der Löss ein enormes Feuchtigkeitsreservoir bietet. Das Herzstück dieser Riede, mit einer sanften Ausdehnung nach Süden, nennt man Mittelhasel. In dieser Lage gedeihen mächtige und dichte Weine – hochreife Grüne Veltliner, Sauvignons und Chardonnays, Weine mit einer harmonischen Verbindung von Kraft, Fülle, ausgeprägter Würze und Eleganz.

Fraupoint:

Nicht nur die kräftige Sonneneinstrahlung auf die Weingärten, in wenig mehr als 200 m Höhe nahe Langenlois gelegen, sondern auch der Mischboden aus Lehm, Löss und Sandstein mit tonigen Elementen lassen Weine mit hohen Extraktwerten heranreifen. Sowohl unser Merlot als auch der Sauvignon entwickeln sich hier zu körperreichen, vollmundigen und doch fruchtigen Weinen.

Hiesberg:

Der Hiesberg bei Mollands ist mit über 400 m eine der höchsten Erhebungen des Kamptals. Mühsam kämpfen sich die Wurzeln der Rebstöcke durch den steinigen Boden, der durch sein hohes Vorkommen an Quarz, Glimmerschiefern und Feldspat ein reichhaltiges Angebot an Mineralien und Nährstoffen bietet. In perfekter Symbiose von Wärmespeicherung in den Gesteinen, intensiver Sonneneinstrahlung auf den Hangterrassen und den vorherrschenden Mineralien reift hier unser Zweigelt zu einem kräftigen, runden Geschmackserlebnis mit komplexer Würze und spezifischer Eleganz.

Fahnberg:

Das Gneis-Muttergestein ist mit seichtgründiger Braunerde überdeckt. Die Wurzeln müssen allerdings das harte Gestein millimeterweise durchdringen, was vornehmlich durch die Risse und Ritzen des brüchigen Gföhler Gneises geschieht. Das begünstigt die Ausprägung feiner und eleganter Aromen unserer Weißweine Grüner Veltliner und Riesling, aber auch der Rotweine St. Laurent und Zweigelt. Die deutliche Südexposition mit steiler Hanglage lässt die Sonnenstahlen im optimalen Winkel auf die Terrassen fallen, durch die offene, zugige Lage sind die Trauben hier wenig krankheitsanfällig. Gleichzeitig ist die Lage vom Norden her durch einen dichten Föhrenwald vor zu kalten Winden wunderbar geschützt.